Der Holzfertigbau hat weltweit seinen Siegeszug bereits seit langem angetreten. So wurden z.B. im Jahr 2001 mehr als 2.000.000 dieser Häuser in vorgefertigter Bauweise errichtet. Davon allein in Nordamerika ca. 1.500.000 Stück. Und auch Japan legte eine beachtliche Stückzahl von mehr als 300.000 vor. Europa ist in diesem Bezug noch nicht ganz so weit, jedoch werden auch länderspezifisch beachtliche Marktanteile verzeichnet. So werden z.B. in Schweden und Finnland mehr als 90% aller Häuser in Form eines Holzfertighauses realisiert.
Speziell in Österreich steht die Ressource "Holz" in einem enormen Ausmaß zur Verfügung. Es wachsen jährlich 32 Millionen m² Holz nach, wobei lediglich 2/3 genutzt werden. Holz steht somit auch den künftigen Generationen nachhaltig zur Verfügung. Und außerdem ist der nachwachsende Rohstoff darüber hinaus der umweltfreundlichste. Da der CO2 Kreislauf ökologisch einmalig gesichert ist.
Um einen Blick in die Zukunft des Holzfertighauses zu werfen, empfiehlt es sich auch die Geschichte etwas näher anzusehen. Die Menschen setzen seit Gedenken den Rohstoff Holz vielfältig ein. Holz wurde bekanntlich für Gebrauchsgüter aller Art, Schiffen, Fahrzeugen, Brücken und Häuser verwendet. Im speziellen der Fertighausbau ist keine Errungenschaft der Neuzeit. So verwendeten auch die Ägypter schon vorgefertigte Holzelemente. Tempelbauten des Altertums waren bereits Montagebauten aus Holz. Es wurden großflächige Bauelemente bereits auch von den Babyloniern, den Ägyptern, den Griechen und den Römern verwendet. Selbst Leonardo da Vinci machte sich Gedanken über das vorgefertigte Bauen und entwickelte ein flexibles Holzelementhaus.
Eine erste Massenproduktion von Holzhäusern in Fertigbauweise entstand durch den Goldrausch in Alaska Mitte des 19. Jahrhunderts. Selbst aus Europa wurden damals bereits tausende Häuser nach Kalifornien geliefert. 1861 erwarb ein amerikanischer Holzhändler ein Patent für ein transportables Haus, dessen Wände aus raumhohen hölzernen Tafeln bestand. Thomas Alva Edison war ebenfalls von dieser Idee begeistert. Er griff diese auf und entwickelte auch verschiedenste Modelle. Viele andere namhafte Architekten griffen ebenfalls diese Idee auf. Das beste Beispiel ist sicher der Nobelpreisträger Albert Einstein. Er ließ sich in Deutschland in Caputh ein Fertighaus von Konrad Wachsmann errichten.
Es ist müßig zu spekulieren, wo der Hausbau in Europa heute stehen würde, wenn nicht durch die Weltwirtschaftskrise und den zweiten Weltkrieg die genialen Entwürfe und Ideen der Bauhausarchitekten in den Hintergrund und auch häufig auch in Vergessenheit geraten wären. Jedoch wurde der Vorfertigungsgedanke durch die wirtschaftlichen Zwänge im zweiten Weltkrieg vorangetrieben. Die Notwendigkeit, kostengünstigst, rasch und für einen schnellen Aufbau von Häusern zu sorgen, zwang die Konstrukteure zu einer Normierung der Bauteile im großen Stil, basierend auf einen einheitlichen Rastermaß - und somit war die Kleintafelbauweise geboren, welche bis in die 70er Jahre Verwendung fand.
Am Beginn der 50er Jahre machte sich in Deutschland bereits eine Aufbruchsstimmung zum Holzfertighaus bemerkbar. Ebenso wurde in Österreich zu dieser Zeit an Ideen gearbeitet. So entstand nach Plänen von Prof. Ernst Rainer und Karl Auböck in Wien 13 eine erste Siedlung mit 15 Einfamilienhäusern, welche bis heute bewohnt und zu besichtigen sind. Im Jahre 1960 wurde ein Wettbewerb für Holzfertighäuser mit einer Ausstellung im Palais Liechtenstein ausgeschrieben. Der erste Preis ging an ein zweigeschoßiges Doppelwohnhaus, nach den Entwürfen der Professoren Niedermoser und Payer. Damit war auch die 1. Fertighausausstellung mit zu Beginn in etwa zwölf Häusern in Österreich eröffnet. Um den weiteren Kundenwünschen voll zu entsprechen ergab sich eine neue Konstruktion in Form von Großtafeln mit einer raumhohen, in der Regel bis Wandlänge hergestellten Bauweise. Dies wurde erst durch die entsprechenden Transport- und Aufbaugeräte möglich, die dann verfügbar waren. Raumzellenbauweisen im Hinblick auf ganze Objekte oder Objektabschnitte bzw. Teile davon , wie Sanitärzellen, etc., vervollständigen den heutigen Stand der Fertigungstechnik. Eine Reihe von Schwierigkeiten im Hinblick auf diese Art des Bauens gab es aufgrund von Vorurteilen der Konsumenten. Da Nachkriegsbaracken und lieblose Fertighausbauten dem Ansehen der Branche geschadet haben. Ebenso wurde die teilweise sichtbare Elementierung der Bauten von den Konsumenten als negativ bewertet. Auch waren die amtlichen Hürden nicht zu unterschätzen. Da alle Konstruktionen erst einmal komplizierte Verfahren und Prüfungen (Statik, Bauphysik, ...) über sich ergehen lassen mussten. Die Häuser mussten erst beweisen, dass sie dem herkömmlichen Baustil standhalten konnten, was natürlich in Ordnung ist. Heute ergeben sich durch die Holzfertighäuser keinerlei Nachteile oder behördliche Probleme, da den verschiedenen Konstruktionen immer auf den "Zahn" gefühlt wird. Ein Spruch besagt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser; Dieser Spruch sollte in der Gegenwart bei so manchen Bauwerken in herkömmlicher Bauweise Anwendung finden.
Und wo steht der Holzfertigbau heute?
Wir unterliegen ständig irgendwelchen Trends und Modeerscheinungen. Waren z.B. in den 80er Jahren noch Champagner und Kir Royal auf der Hitliste zu finden, so entdeckte man in den 90er Prosecco und Riesling. Die Zeit der Schreibtische aus Plexiglas und der schwarzen matten Stereotürme war vorbei. In den Mittelpunkt rückte wieder die gute alte Wohnküche mit einem großen Küchentisch zum gemütlichen Essen im Kreise von Familie und Freunden. Mit dieser Rückkehr hin zu mehr Natürlichkeit veränderte sich neben dem Stil auch das Material. Helles und zum Teil edles Holz hielt Einzug in viele Wohnungen. Auch im Hausbau wurde dieser Trend sichtbar. Denn das Bauen ist immer der Spiegel der kulturellen und geistigen Wertvorstellungen der Gesellschaft. Auch die Frage nach dem Ende der derzeitigen Ressourcen wurde laut. Schlagwörter wie Umweltschutz, Verantwortung für Umwelt und Nachkommen waren keine leeren Worthülsen mehr. Der bis dahin stattfindende technische Fortschritt mit seinen immensen Energieverbrauch wurde zunehmend kritisch beurteilt. Im Zuge dieser neuen Nachdenklichkeit gewann das Holz als Baumaterial wieder neue Bedeutung. Neben der Architektur, den Bauformen, den technischen Kriterien von Baukonstruktionen und Baustoffen ging es beim Hausbau mit einem Mal auch um die ökologischen Eigenschaften der Materialien.
Aber nicht nur durch den Baustoff Holz profitiert diese Bauweise. Neuerdings vielmehr spielt der Energiespar-Gedanken eine große Rolle. Längst ist diese Bauweise für diese Vorteile bekannt. Und aufgrund der innovativen Ideen (kontrollierte Wohnraumlüftung, Elektrobussystem, alternative Heizungsformen, ...) die in den Holzfertighäuser umgesetzt werden, bekommen diese eine zusätzliche Vorreiterrolle. Im zeitgemäßen Holzfertigbau werden heute Bauweisen wie z.B. Rahmen-, Skelett- und Tafelbauweise verwendet. Die sogenannten Energiesparhäuser der neuen Generation zeichnen sich durch eine perfekte Optimierung von Dämmstoffen und Trägerkonstruktionen aus. Der Vorfertigungsgrad nimmt ständig zu, um die Kosten und die Montagezeiten möglichst gering zu halten. Zugleich erhöht sich die Genauigkeit der vorgefertigten Elemente in der Fertigung. All dies zeigt: Holzfertighäuser sind Hightech-Häuser.
Die Güte der Detailausführungen liegt vor allem begründet, dass bei der Herstellung der einzelnen Bauteile nur kontrollierte Bedingungen in Form der Werksfertigung vorliegen. Die Laborprüfergebnisse bestätigen dies an Ort und Stelle. Die kurze Zeit des Aufbaues von Holzfertighäuser vorwiegend unter Ausschluß von Baustoffen, die viel Feuchtigkeit enthalten, gewährleistet auch die angestrebte Trockenbauweise. So werden die Voraussetzungen für eine rasche und kurzfristige Bauzeit und für gesundes Wohnen von Beginn an geschaffen. Die statisch und konstruktiv erforderliche Durchbildung der Verbindung der einzelnen Bauteile untereinander und deren Verankerung im Unterbau, um den auftretenden Belastungen zu entsprechen, ergeben im Holzfertighausbau nicht nur die angestrebten Sicherheiten, sondern haben sich nachweislich auch im Erdbebengebieten bestens bewährt. Die Elastizität des Baustoffes Holz und das geringe Eigengewicht gegenüber Massivbauteilen hat diese Vorzüge an Hunderten von Fertighäusern in den Erdbebengebieten Italiens (Friaul, Golf von Salerno), des Iran, der Türkei, Algerien und Japan bewiesen.
Die Anforderungen an Bauten gemäß Brandschutz werden ebenfalls vom Holzfertighausbau in vollem Umfang erfüllt, und entsprechen somit allen Sicherheitsvorschriften. Es ergeben sich gegenüber dem konventionellen Bau keinerlei Nachteile, das auch die gleichen Versicherungsprämien bestätigen. Für in Österreich gefertigte Häuser wurde eine eigene Önorm B2310 geschaffen. Darin ist der Mindestleistungsumfang des beauftragten Fertighauses festgelegt. Somit ist sichergestellt, dass alle erforderlichen Leistungen der Hersteller erbracht werden. Für einen Hauskäufer eine sehr wichtige Grundlage. Denn wie oft im Leben baut man sich ein Haus?
Das Holzfertighaus ist mehr als ein Spitzenprodukt höchster technologischer und qualitativer Forschung. Das Holz lebt ist zwar eine Binsenweisheit, diese läßt sich aber dennoch hervorragend auf die Häuser und die Bauweise übertragen. Holzfertighäuser leben und verändern sich mit den Bewohnern. Es zeichnet die Bauweise aus, dass sie sich den unterschiedlichen Lebensstilen und Familienstrukturen durch unkomplizierte Umbaumaßnahmen leicht anpassen läßt, und somit über Generationen und Jahrhunderte hinweg stets den Anforderungen ihrer Bewohner gerecht wird. Alle seitens der Bewohner gewünschten Formen und Ausführungsarten sind heute möglich. Vom Standarthausmodell bis hin zum Reihenhaus, oder auch den mehrgeschossigen Wohnhäusern. Hiezu kommt ein weiterer entscheidender Faktor: Holzfertighäuser sind Häuser mit Wohlfühlklima. Dafür sorgen die natürlichen Baustoffe zur Regelung der relativen Luftfeuchtigkeit in den Räumen und nicht zuletzt auch die warmen Wandoberflächen, die jedem Bewohner sofort das Gefühl der Behaglichkeit und Geborgenheit geben.
Es bedarf keines Propheten, um festzustellen, dass in Zukunft ein entscheidender Faktor bei der Auswahl der Bauweise das "Gesunde Wohnen" ist. Wissenschaftler an technischen Universitäten sind bereits seit langem zum Ergebnis gekommen, dass eine Bauweise mit Holz die Gesundheit der Menschen fördert. Die Holzbauweise ist die Bauweise des modernen 21. Jahrhunderts.